Große Sundjata-Spendenaktion in Conakry: Rollstühle und Gehhilfen an Menschen mit Handicap übergeben!

Am 17. Januar haben unsere guineischen Partner und Freunde die Rollstuhlaktion aus dem Jahre 2019 endlich zu Ende bringen können: Die 20 Rollstühle und 50 Paare Gehhilfen, die wir Ende 2019 in Frankfurt und Bonn gesammelt haben, wurden im Dezember 2019 in einem Container unserer Partnerorganisation Mango e.V. verschifft. Der Container lag dann jedoch wochenlang im Hafen von Conakry, weil die zuständigen Behörden die Freigabe behinderten. Die Übergabe der Hilfsmittel in der Cité de Solidarité in Conakry war für den 25.Januar 2020 geplant. Die Veranstaltung musste dann aber abgesagt werden, weil der Container erst am 23.1. beim Einsatzort von Mango in Koolo Hinde ankam und der Weiter-Transport der Hilfsmittel nach Conakry von der Zollbehörde erneut verhindert wurde. Dann nahmen die politischen und gewaltsamen Konflikte um die Wiederwahl des Präsidenten von Guinea solche Ausmaße an, dass der Mango-Einsatz und damit auch die Sundjata-Aktion abgebrochen werden mussten.

Das alles war noch vor CORONA! Als Corona auch den afrikanischen Kontinent erreichte, in Guinea der Gesundheitsnotstand mit erheblichen Einschränkungen des öffentlichen Lebens ausgerufen wurde, sorgten die weiteren gewaltsamen Auseinandersetzungen um die Wahlen für eine fast vollständige Einschränkung der Bewegungsmöglichkeiten, auch für Hilfsorganisationen wie Sundjata. Erst im Dezember 2020 konnte schließlich der Rücktransport der Hilfsgüter nach Conakry durchgeführt werden.

Tolles Engagement unserer guineischen Partner und ihrer Freunde und Helfer:

Am 16.Januar werden alle Rollstühle, Gehstützen und anderen Gehhilfen zunächst gesichtet und gelistet. Alles wird gereinigt, technisch geprüft und anschließend mit Aufklebern vom Verein versehen.

Große Freude dann am 17. Januar: Alle Rollstühle und Gehhilfen können an die versammelten Menschen mit Handicap abgegeben werden. Viele dieser Menschen leiden unter einer schweren Gehbehinderung nach teilweiser oder vollständiger Amputation eines Beines z.B. nach einem schweren Unfall oder nach mangelnder medizinischer Versorgung von Unfallfolgen. Viele haben Fehlbildungen nach schweren Krankheiten wie z.B. Lepra oder nach Geburtstraumata.

Bewegungseinschränkungen dieser Art führen in Guinea an den Rand der Gesellschaft. Die Menschen haben noch weniger Möglichkeiten als die Mehrheit der übrigen Bevölkerung, sich um eine Arbeit für einen ausreichenden Lebensunterhalt zu kümmern. Sie sind benachteiligt auf der Schule, in der Ausbildung und bei der Arbeitssuche. Sie bleiben daher auf dem Lande meistens im Familienkreis, vielleicht auch noch verborgen vor der Öffentlichkeit oder, wenn sie das „Glück“ haben in der Stadt zu sein, können sie wenigstens vom Betteln ein wenig zum Überleben beitragen.

Rollstühle und Gehstützen werden jedem einzelnen übergeben. Sundjata-Guinée hatte genügend Helfer organisiert um auch die Einweisung in die orthopädischen Hilfsmittel zu gewährleisten. Die nächsten Schritte werden sein: Dafür Sorge tragen, dass die Rollstühle auch weiterhin funktionsfähig bleiben und ein Reparaturdienst aufgebaut wird.

Wir danken unseren Partnern und Freunden in Conakry/Guinea für ihr überaus großes Engagement, für ihre Hilfsbereitschaft und die Zeit und Liebe, die sie für die vielen Menschen mit Handicap aufgebracht haben. Wir freuen uns mit ihnen über die enorme unmittelbare Unterstützung, die unsere Spender in Deutschland mit den Rollstühlen und Gehstützen diesen Menschen gebracht haben.

Comments (1)

Ich habe als Realschullehrerin im Bereich der Inklusion gearbeitet und weiß um die großartigen Möglichkeiten für „uns hier“.
Die Bilder machen mich ungemein betroffen, sprachlos und wütend ob der Ungleichheit … von der ich natürlich weiß1

Ich unterstütze seit mehreren Jahren geflüchtete Menschen vor allen Dingen aus Westafrika – da helfen mir meine Französichkenntnisse sehr.

Aus persönlichen Gründen liegt mir die Republik Guinea besonders am Herzen. Seit langem suche ich nach „Möglichkeiten“ – ohne umständliche Verwaltungswege – um vor Ort in Guinea Menschen zu unterstützen.

Ich habe den Eindruck, heute Morgen etwas gefunden zu haben.

Ich freue mich auf eine Rückmeldung.

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